Als IT-Spezialistin besuchte ich Ihre Internet-Seiten. Was ich dort über Kaufsucht gelesen habe, finde ich ziemlich konfrontierend, aber deutlich. Wenn ich mich und einige meiner Freundinnen betrachte, dann ist unser Kaufverhalten manchmal zum Lachen. Wir leugnen, dass wir Stress-Shopping betreiben."
Eine amerikanische Studie (Black, 2001) schätzt die Zahl der kaufsüchtigen Amerikaner auf 2-8%. Als Psychologin und Psychotherapeutin führe ich in den Niederlanden und Belgien eine Untersuchung zur Kaufsucht durch.
In den Niederlanden zeigte sich bei einer Internet-Umfrage, dass von den 691 weiblichen Teilnehmern 189 kaufsüchtig sind (27%). Von den 108 männlichen Teilnehmern sind 13 kaufsüchtig (12%).
Für Kaufsucht wurde noch keine allgemein akzeptierte Diagnose aufgestellt. Eine Diagnose, die sich u.a. auf die bestehende Literatur bezieht, lässt sich wie folgt beschreiben.
Kaufsucht kennzeichnet sich durch:
Impulse nicht beherrschen können
ein zunehmendes Gefühl der Spannung, das dem Kaufen vorausgeht
Lust, Befriedigung oder Erleichterung nach dem Kaufen
Psychische oder soziale (direkte Umgebung und Arbeit) Probleme treten auf
Ohne Shopping leidet der/die Betroffene unter Entzugserscheinungen
Für die deutsche Übersetzung meines Buches "Shoppen, de lust, het lijden en de lol" (Einkaufen, die Lust, das Leiden und der Spaß) sammle ich Daten über Kaufsucht in Deutschland. Ich möchte Sie bitten, an der Untersuchung teilzunehmen und dazu den Fragebogen auszufüllen und Ihr Alter sowie Ihr Geschlecht anzugeben. Wenn Sie zu ausführlicheren Informationen bereit sind, geben Sie bitte auch Ihre e-mail-Adresse an. Ihre Daten werden vertraulich behandelt und anonym verarbeitet. Sie werden nicht publiziert.
Herzlichen Dank im voraus,
Carien Karsten
Fragebogen: Bin ich kaufsüchtig?
Kaufen Sie Dinge, die Sie später verstecken, damit Ihr Partner oder Ihre Kinder oder Ihre Eltern sie nicht sehen?
Sie kaufen, weil es Ihnen einen Kick gibt und nicht, weil Sie etwas benötigen. Nach dem Kick überfällt Sie oft ein Gefühl des Versagens. Sie sind von sich selbst enttäuscht. Sie sind niedergeschlagen.
Machen Sie sich mehr Sorgen darüber, wie Sie an das Geld, das Sie ausgeben möchten, herankommen, als darüber, wie Sie das Geld verdienen können?
Spielen Sie so etwas wie Schulden-Roulette? Mit anderen Worten: Stopfen Sie das eine Loch mit dem anderen?
Kaufen Sie impulsiv Dinge, die Sie nicht brauchen oder die Sie sich eigentlich gar nicht leisten können?
Gehen Sie einkaufen, weil Sie sich niedergeschlagen fühlen und Ihre Stimmung aufhellen wollen?
Rechtfertigen Sie unnötige Einkäufe, indem Sie sagen, dass das Gekaufte reduziert war oder dass Sie es für die Arbeit benötigen, oder dass Sie es schon für den Geburtstag einer Freundin zurücklegen? Kaufen Sie beispielsweise das ganze Jahr über für Weihnachten ein?
Ist es Ihnen unmöglich, sich an Ihren Einkaufszettel zu halten, wenn Sie beim Einkaufen sind, oder geben Sie immer mehr aus, als Sie sich vorgenommen haben?
Müssen Sie ständig an Ihr Erspartes ran oder bauen Sie sich - obwohl Sie gut verdienen - keine Rücklagen auf?
Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen das Geld durch die Finger gleitet, dass Sie nicht wissen, wo es bleibt?
Machen Sie Witze über die Vielzahl überflüssiger Dinge, die Sie besitzen?
Punkte-Auswertung:
0-7 Die durchschnittliche Punktzahl, die Frauen bei dem Fragebogen erreichen, ist 4,8. Männer erreichen im Durchschnitt 3 Punkte. Wenn Sie bei mehr als 4 Fragen eine positive Antwort geben, ist es wichtig, dass Sie geeignete Maßnahmen ergreifen, um einer Kaufsucht vorbeugen.
7-11 Ihre Punktzahl liegt weit über dem Durchschnitt (Frauen 4,8; Männer 3). Sie sind vermutlich kaufsüchtig. Falls Sie durch die Kaufsucht psychische, soziale oder finanzielle Probleme bekommen haben, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Hausarzt über geeignete Hilfsangebote sprechen.